GAP 98 -
Geodätisches Antarktisprojekt
Januar / Februar 1998

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Allgemeines

Pinguinkolonie auf Zavodovski Island
Pinguinkolonie auf Zavodovski Island
Das Ziel von GAP ist es, mit Hilfe geodätischer Messverfahren (in erster Linie GPS) aus den Daten mehrerer Messepochen Rückschlüsse auf Bewegungen der Kontinentalplatten, auf denen die Antarktische Halbinsel liegt, zu erzielen.
Dieser Erfahrungsbericht bezieht sich auf die Expedition zur Epoche 1998.

Nach langer Vorbereitung im Bergkurs in den Alpen, Umweltkurs und Einweisung in die Hardware konnte es am 4. Januar losgehen. Die GAP- Teilnehmer kamen aus allen möglichen Unis und Institutionen Deutschlands: AWI (s.u.), Universitäten aus Hannover, Braunschweig, Dresden, Karlsruhe und München. Ich habe als HiWi des Instituts für Erdmessung (IFE) der Uni Hannover an dieser Fahrt teilgenommen.
Logistisch wurde die Expedition vom Alfred- Wegener- Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven (AWI) geleitet. Da hier nun mal die Polarforschung zu Hause ist, wurden wir vom AWI auch in Bezug auf unsere Kleidung auf die Reise vorbereitet.

Ushuaia aus Richtung Beagle-Kanal gesehen
Ushuaia aus Richtung Beagle-Kanal gesehen
Start- und Zielpunkt der Expedition war Ushuaia. Dies ist die südlichste Stadt Argentiniens. Neben Punta Arenas in Chile ist das wohl die meist frequentierte Hafenstadt bezüglich Antarktisfahrten. Zum Beispiel ist Ushuaia auch Ausgangspunkt für touristische Kreuzfahrten gen Antarktis.
Für diese Reise wurde ein russisches Forschungsschiff gechartert: die Akademik Boris Petrov (ABP) wird von einem Geologisch- Chemischen Institut in Moskau unterhalten. Die Messausrüstung bestand ausser GPS-Empfängern aus folgenden Geräten auf dem Schiff: Seegravimeter, Echolot und Streamer (für Seismik).

Ein Wort zur GPS- Messung und dem, was dazu gehört. Entlang der Antarktischen Halbinsel, die einige Minuten südlich des 60. Breitengrades beginnt (ca. 1200 km südlich Kap Hoorn), sind fest vermarkte Punkte zur Beobachtung mit GPS angebracht. Bei einer relativ langen Beobachtungsdauer von einigen Tagen bis Wochen ist man bestrebt, keine unbetreuten Messungen durchzuführen: das Risiko eines Datenverlustes ist dann zu groß. Ausserdem gelangen heutige Empfänger mit der Speicherkapazität nach 10 bis 12 Tagen Dauermessung mit einer hohen Aufzeichnungsrate oft an ihre Grenze; es müssen die Daten also regelmässig gesichert werden.
Daher haben wir die GPS- Beobachter auf sogenannten Field- Partys oder bei Forschungsstationen "ausgesetzt". Eine Field- Party ist im Grunde nichts anderes als ein "Zeltlager": Die beiden Beobachter leben für eine gewisse Zeit (bei unserer Fahrt maximal vier Wochen) mit zwei Zelten, Gaskocher, genug Lebensmitteln und einem Stromaggregat neben dem wichtigen Festpunkt und betreuen dort die GPS- Messungen.
Die weitere Möglichkeit, die bei den meisten Punkten auch wahr genommen wurde, ist die Unterbringung eines Beobachters auf der Antarktisstation einer anderen Nation.

Mehr Informationen können mittels Anclicken der Stationen auf der Karte erhalten werden. Ausserdem gibt es einen Zeitplan.

Technischer Hinweis

Dieser Bericht verstößt im Prinzip gegen eine Hauptregel einer guten html-Gestaltung. Zwar benutze ich keine Frames. Und zu Jave-Applets habe ich mich auch nicht hinreissen lassen, damit diejenigen, die aus Sicherheitsgründen aktive Inhalte deaktivieren, nichts verpassen.
Jedoch beinhaltet der gesamte Bericht Bilder im Gesamtvolumen von ca. 1,5 MB. Die Bilder sind jpg-komprimiert, aber zu der Antarktis gibt es natürlich viele Motive! Der Text unter den Bildern beschreibt diese ein wenig, so dass man bei einer langsamen Provider-Verbindung die Bilder nicht sofort laden muss!

Karte

click on Station for more info Fossil BluffRotheraSan MartinPeter 1st IslandVernadskyPunta SpringPalmer StationNotter PointKliment OhridskiArturo PratJubany/DallmannO'HigginsGibbs IslandSignySouth SandwichBellingshausen SeaCandlemas
 

Zeitlicher Ablauf

Wie man bereits in der Routenkennzeichnung innerhalb der Karte sehen kann, wurde die Halbinsel von Nord nach Süd (bzw. nach Westen) abgefahren, anschliessend wurde in der Bellingshausen See ein Messprogramm gefahren. Die Einholung der Beobachter erfolgte dann in der umgekehrten Reihenfolge wie die Ausbringung.

Sonnenuntergang bei Jubany
Sonnenuntergang bei Jubany

Eisberg vor Rothera
Eisberg vor Rothera


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Last modified: Wed Mar 8 21:29:26 CET 2000   Markus Gerke